FGV-Schulung „Biotoppaten“
Ausbildung für ehrenamtliche Verantwortungsträger und interessierte Menschen in dem vom FGV betreuten Gebiet.
Veranstalter: FGV Referat Naturschutz, Klimaschutz & Landschaftspflege in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Wunsiedel im Fichtelgebirge (LPV)
Zu beachten:
- Getränke und eine kleine Verpflegung übernimmt der FGV
- Die Anreise ist eigenständig zu organisieren, Fahrgemeinschaften werden am ersten Termin besprochen
- Bitte auf wetterfeste Kleidung sowie angepasstes Schuhwerk achten
- Abendessen am letzten Tag ist Selbstzahler, bitte bei Anmeldung (an die info@fichtelgebirgsverein.de) angeben, ob Sie daran teilnehmen möchten, dass wir einen Tisch reservieren können
Ziel der Schulung:
Diese Schulung soll Menschen befähigen, sich mit Freude und Verantwortung um ein Stück Natur zu kümmern.
Wer Biotoppate wird,
- weiß, warum dieses Stück Landschaft besonders ist,
- erkennt, was ihm guttut – und was ihm schadet,
- weiß, wann er selbst handeln kann und wann Fachleute gebraucht werden,
- und trägt dazu bei, dass auch kommende Generationen diese Natur erleben können.
Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, aufmerksam zu sein, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun.
THEORIETEIL I
Termin: Mittwoch, 14. Oktober 2026, 18:00 bis 20:30 Uhr
1. Warum wir uns als FGV um Natur kümmern
Inhalte:
- Naturschutz als Kernauftrag des FGV (Bezug zur Satzung)
- Leitgedanke des Deutschen Wanderverbandes:
Ziel und Aufgabe des Naturschutzes im DWV und seinen Mitgliedsorganisationen ist es, die Nutzung der Natur für naturschonende Freizeitbeschäftigungen zu ermöglichen und Naturnutzung und Naturschutz in Einklang zu bringen.
- Politisch-strategische Legitimation
- 141 Bayerische Verfassung
- Zusammenhang von Naturschutz und Denkmalschutz
- Leitmotiv: „Ohne Schutz kein Naturerlebnis“
2. Unsere Biotope verstehen – was wächst, lebt und warum
2.1 Begriffliche Grundlagen:
Artenschutz, Biotopschutz, Gebietsschutz, Kulturlandschaft, invasiv oder endemisch, etc….
2.2 Entstehung von Biotopen (historische Entwicklungslinie):
Wilde Flüsse und Urwälder mit Großweidetieren, Einwanderung des Menschen in halboffene Landschaften, Bewirtschaftungsinseln, Weide- und Fruchtfolgesysteme, moderne Intensivlandwirtschaft, Pflegeabhängige Restbiotope, Kernthese: Jedes Biotop hat eine Entstehungsgeschichte, sei es durch geologische und klimatische Einflüsse (abiotische Faktoren) sowie Nutzungshistorie durch Mensch und (Weide-)tiere (biotische Faktoren).
2.3 Welche Biotoptypen gibt es?
Waldbiotope, Moore, verschiedene Wiesenbiotope, Sandgruben, Teiche, Streuobstwiesen, …
2.4 Beispiel: das Sandbiotop Tauritzmühle bei Speichersdorf
THEORIETEIL II
Termin: Donnerstag, 15.Oktober 2026, 18:00 bis 20:30 Uhr
3. So pflegen wir unsere Flächen richtig – du musst das nicht alleine tun!
Inhalte:
- Mahd (Zeitpunkt, Technik, Zielarten)
- Entbuschung und Freistellung
- Pflege von Moorflächen
- Werkzeuge und Sicherheitsaspekte
- Förderprogramme und Finanzierung
- Kooperation mit LPV und UNB
4. Was ein Biotoppate konkret tut – und worauf es ankommt
Die Haltung eines Biotoppaten ist sachlich und aufmerksam: Er beobachtet statt zu ideologisieren, bewahrt statt zu blockieren und vermittelt zwischen Nutzung und Naturschutz. Dabei behält er stets das Ziel im Blick, nämlich welche Lebensgemeinschaft konkret entwickelt und erhalten werden soll.
Mögliche Aufgaben:
- Regelmäßige Begehung
- Dokumentation (Lageplan, Pflegeplan, Fotodokumentation)
- Kleinstmaßnahmen
- Meldung außergewöhnlicher Entwicklungen
- Mitarbeit bei Pflegeeinsätzen
- Kommunikation mit Geschäftsstelle und Naturschutzreferat
PRAXISTEIL
Termin: Freitag, 16. Oktober 2026, 15:00 bis 18 Uhr
- Einführung in das Biotop (historische Nutzung, Pflegeziele, Gefährdungen)
- Geländebegehung und Strukturanalyse
- Beobachtung von Tierarten und Pflanzengesellschaften
- Praktische Pflegearbeiten (Mahd, Entbuschung, Freistellung)
- Hinweise zu Sicherheitsaspekten
- Dokumentationsübung (Foto- und Pflegeprotokoll)
- Reflexion: Pflegeziel und langfristige Entwicklung
Gemütlicher, gemeinsamer Ausklang bei einem Abendessen!




