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Die Geschichte des Fichtelgebirgsvereins e.V.

Die Gründung des Fichtelgebirgsvereins erfolgte im Jahre 1888 in Wunsiedel, als die schon seit 1878 bestehende „Sektion Fichtelgebirge“ des Alpenvereins aufgelöst bzw. in einen selbständigen Verein umgewandelt wurde. Die Aufgaben und Ziele blieben zunächst die gleichen: Erschließung des Gebirges für den Wanderer. Die Errichtung eines massiven Aussichtsturmes im Jahr 1900 auf dem Großen Kornberg war das erste große Bauwerk. Der Asenturm auf dem 1024 m hohen Ochsenkopf entstand 1922, ein Jahr später der heutige Aussichtsturm auf der Kösseine. Zahlreiche Granitfelsen wurden mit Treppen besteigbar gemacht und mit Schutzgeländern versehen. Das auf dem 1051 m hohen Schneeberg errichtete „Backöfele“, ein hölzerner Aussichtsturm, steht auf dem höchsten Berg des Fichtelgebirges und des Frankenlandes. Zahlreiche Felsbesteigungsanlagen ermöglichen grandiose Ausblicke auf die Felsengipfel des Fichtelgebirges. Anziehungspunkte sind auch die vier Quellen der im Fichtelgebirge entspringenden Flüsse (Sächsische Saale, Eger, Fichtelnaab und Weißer Main), die in einer der Landschaft entsprechenden Form gefasst wurden.

Wandern und Wanderwege:

In enger Zusammenarbeit mit der Staatsforstverwaltung entstand in den 20-iger Jahren das markierte, nun 4.200 km lange Wanderwegenetz, das Aussichtspunkte, landschaftliche Besonderheiten und kulturelle Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet und in seiner Grundkonzeption auch heute noch gilt. Örtliche Rundwanderwege oder Themenwanderwege wurden von den Ortsvereinen geschaffen. Die Förderung des Wanderns und weiterer artverwandter Trendsportarten ist Hauptaufgabe des Vereins, die Wanderstatistik der Ortsvereine zeigt eine rege Beteiligung. Die Ausbildung zum Wanderführer wird gerne angenommen, ebenso die Fortbildungsveranstaltungen für zertifizierte Wanderführer. Schriftliche Wanderführer und Wanderwegeprospekte sind gefragte Wanderhilfen für Einheimische und Urlaubsgäste. Die Mitarbeit von kompetenten Mitgliedern bei der Herausgabe von Wanderkarten durch Privatverlage oder dem Bayerischen Landesvermessungsamt ist selbstverständlich.

Unterkunftshäuser:

Das erste Unterkunftshaus, das Kösseinehaus konnte bereits im Jahre 1903 eingeweiht werden, 1908 folgte das Waldsteinhaus, 1928 das Seehaus oberhalb des Fichtelsees und 1929 als größtes Unterkunftshaus das Ochsenkopfhaus in Fleckl, Gemeinde Warmensteinach. 1966 erwarb der Fichtelgebirgsverein das Marktredwitzer Haus im Steinwald. Die Asentrum – Tagesgaststätte konnte 1979 wesentlich modernisiert werden. Zusammen mit der Gänskopfhütte der Ortsgruppe Weidenberg, dem Vordorfer Haus und dem Marktleuthener Haus stehen dem Wanderer in diesen Unterkunftshäusern, die ganzjährig bewirtschaftet sind, heute insgesamt über 150 Betten zur Verfügung. Mit all seinen Einrichtungen gab seinerzeit der Fichtelgebirgsverein die ersten Impulse zur Erschließung und damit zur Belebung des Fremdenverkehrs, der heute zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor der Fichtelgebirgsregion geworden ist. In den Tourismusverbänden, aber auch in kommunalen Fremdenverkehrsvereinen sind die FGV-Mitarbeiter aufgrund ihrer Fachkompetenz gefragte Ansprechpartner.

Naturschutzarbeit:

Von Anfang an wurden in der Satzung die Ziele des Naturschutzes verankert: das Fichtelgebirge vor störenden Einflüssen bewahren, damit die Landschaft auch späteren Generationen zur Erholung und Kraftsammlung erhalten bleibt. Der Fichtelgebirgsverein ist heute in den Naturschutzbeiräten auf Landes- und Bezirksebene sowie in den Landkreisen des Fichtelgebirges vertreten. Er wird bei allen raumbedeutsamen Planungen gehört; die Stellungnahmen des Vereins bleiben bei Behörden nicht unbeachtet. Aus den Erlösen einer vereinseigene Naturschutzstiftung konnten verschiedene Biotope angekauft werden, darüber hinaus wird von den FGV-Ortsvereinen auf gepachteten Flächen intensive Biotoppflege betrieben. Für herausragende Naturschutzarbeit wird eine Naturschutz-Medaille verliehen.

Kulturarbeit:

Alle zwei Monate erscheint die Vereinszeitschrift „Der Siebenstern“. Sie ist sowohl Bindeglied zwischen den Mitgliedern und der Vereinsleitung als auch Publikationsorgan für heimatkundliche Beiträge zu Geologie, Pflanzen- und Tierwelt, Ökologie und Naturschutz, Geschichte und Brauchtum. Größere Abhandlungen werden in der FGV-Schriftenreihe „Das Fichtelgebirge“ und „Unser Fichtelgebirge“ veröffentlicht. Im Internet wird das gesamte Fichtelgebirge unter www.bayern-fichtelgebirge.de und der Verein unter www.fichtelgebirgsverein.de vorgestellt. Schon im Jahre 1908 wurde vom FGV in Wunsiedel der Grundstock für das Fichtelgebirgsmuseum gelegt, das der Erhaltung der heimischen Kulturgüter und handwerklichen Erzeugnisse sowie der Bewahrung der reichen naturwissenschaftlichen Schätze des Gebirges dient. In den 70-iger Jahren entstanden weitere volkskundliche Sammlungen mit vorwiegend bäuerlichem Gerät in Arzberg und Weidenberg. Bilddokumente der kulturlandschaftlichen Entwicklung und des Vereinslebens werden in der schon 1913 eingerichteten vereinseigenen Lichtbildstelle gespeichert. Ein digitales Fotoarchiv enthält Bilder aus der gesamten Region. Die Kulturarbeit versteht sich keineswegs nur als museale Erhaltung und Bewahrung. Großer Wert wird auf die aktive Pflege der Mundart, der Volksmusik und des Volkstanzes gelegt, die in zahlreichen Volkstums- und Heimatabenden zum Ausdruck kommt. 1982 verleiht der Fichtelgebirgsverein erstmalig im Rahmen des Fichtelgebirgstages den neugeschaffenen Kulturpreis für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet. Auch auf dem Gebiet des Denkmalschutzes ist der Verein tätig durch Kauf von historisch bedeutsamen Gebäuden oder durch Erhaltungsmaßnahmen solcher. Umfangreich ist die Betreuung von Kleindenkmälern jeglicher Art. In engem Zusammenhang mit der aktiven Kulturpflege steht die Jugend- und Familienarbeit, die in den letzten Jahren einen erfreulichen Aufschwung nahm.

Aktive Jugendgruppen sind wesentliche Träger des kulturellen Lebens in den Ortsgruppen und Gemeinden des Fichtelgebirges. Vor dem zweiten Weltkrieg war der Fichtelgebirgsverein selbst in Berlin, Leipzig sowie in den böhmischen Städten Eger und Asch mit aktiven Ortsvereinen vertreten. Heute zählt der Fichtelgebirgsverein insgesamt 19.000 Mitglieder (davon 2.500 Jugendliche) die sich auf 54 Ortsvereine verteilen.

2004 wurde das neue Domizil des Heimatvereins bezogen, das „Haus des Fichtelgebirgsvereins“ in Wunsiedel. Aus einem Traditionsgasthof entstand nach dem Umbau die Hauptgeschäftsstelle, ein Kompetenzzentrum für Wandern und Heimatpflege mit Tagungs- und Ausstellungsräumen, einer umfangreichen Regionalbibliothek und einem FGV-Shop, wo man Heimatliteratur, Wanderkarten und praktische Wanderartikel erwerben kann. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer und zwei Teilzeitkräfte bewältigen den enormen Arbeitsanfall. Alle anderen Mitarbeiter des Fichtelgebirgsvereins arbeiten ehrenamtlich.

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